Berichte



Deutsch-Französischer Partnerschaftskreis Kamp-Bornhofen / Urzy
Besuch in Urzy 2018

Am frühen Morgen des Himmelfahrtstages um kurz nach 6 Uhr starteten 29 Mitglieder des Deutsch - Französischen Partnerschaftskreises Kamp-Bornhofen/Urzy mit dem Bus in Richtung Burgund.

Drei Paare waren schon mit dem eigenen PKW vorausgefahren, da sie ihren Aufenthalt im schönen Burgund noch um einige Urlaubstage verlängern wollten. Was haben unsere Freunde in diesem Jahr wohl für uns vorbereitet? Nach der Feier zum 20jährigen Bestehen des Freundschaftsvertrages 2016 in Urzy und 2017 in Kamp-Bornhofen sollten in diesem Jahr die familiären Verbindungen im Vordergrund der Begegnung stehen. Natürlich sollte laut Programm auch in diesem Jahr ein Ausflug mit der gesamten Gruppe unternommen werden, aber nur am Freitag Nachmittag und Abend.
Der Freitag Vormittag war als Zusammensein mit den jeweiligen Familien geplant, ebenso der Samstag Vormittag und der Samstag Nachmittag. Am Samstag Abend sollte wieder der traditionelle Festabend im Festsaal stattfinden. Je näher der Bus unserem Ziel Urzy kam, desto besser wurde das Wetter und desto lebhafter die Stimmung.

Die erste größere Rast machten wir in l‘Epine, einem kleinen Ort mit ca. 600 Einwohnern, 8 km von Chalon - en- Champagne entfernt, mit einer alles überragenden Kirche. Die Kathedrale gehört zu den ältesten gotischen Kirchen in Frankreich und wurde zwischen 1405 und 1527 erbaut. Wir bestaunten die riesigen Dimensionen dieser Kathedrale, auch im Verhältnis zu dem kleinen Dorf, in dem sie sich befindet und bewunderten die gut erhaltenen Wasserspeier und Figuren an der Außenfassade. In der Kirche fand gerade ein Gottesdienst statt. Einige von uns schlichen sich leise hinein und nahmen am Gottesdienst teil.Nach dem Ende des Gottesdienstes standen die Gläubigen noch in kleinen Gruppen in der Kirche beisammen und unterhielten sich, während bei uns die Gottesdienstbesucher normalerweise am Ende des Gottesdienstes die Kirche verlassen. Seit 1998 gilt diese Wallfahrtskirche als Teil des französischen Jakobsweges.

Unser Zwischenziel, Sens, erreichten wir nach ca. 150 km. In Sens fand auf dem großen Parkplatz in der Mitte der Altstadt eine Kirmes statt, zur Freude unseres Nesthäkchens Julia. Sens ist eine Stadt mit etwa 26000 Einwohnern, einer Markthalle, die leider schon geschlossen war, als wir ankamen, hübschen Geschäften und Restaurants einem beeindruckenden Museum im ehemaligen Bischofspalast. Hier befindet sich auch die älteste gotische Kathedrale Frankreichs, die mit Fenstern aus dem 13. und 17.Jahrhundert geschmückt ist. Weiter ging die Fahrt durch eine grüne Weide- und Buschlandschaft mit vielen glücklichen Kühen. Gerade als wir schon frotzelten, Champagner werde wohl aus Getreide gemacht, kamen die ersten Weinfelder in Sicht und wir fuhren vorbei an bekannten Weinlagen, wie z.B. Pouilly fumé.

Mit einer kleinen Verspätung kamen wir schließlich in Urzy an. Wie immer wurden wir herzlich empfangen mit Umarmungen und Küsschen links und rechts. Nach einer kurzen Begrüßungsan- sprache der beiden Vorsitzenden der Partnerschaftskreise Francoise Evrard und Dr.Mechthild Schauren und einem Vin d`honneur im Rathaus, gingen wir mit "unseren" Familien nach Hause. Bei köstlichen Speisen und Getränken wurden mit französischen, deutschen und englischen Wörtern und mit Händen und Füßen die neusten Nachrichten ausgetauscht. Es wurden Fotos von Kindern und Enkeln herumgereicht und auch politische Entwicklungen in Deutschland und Frankreich wurden kurz angesprochen. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welch geringen Sprachkenntnissen man sich verstehen kann.
Am Freitag Morgen trafen sich die Vorstände beider Partnerschaftskreise um eventuelle Probleme zu besprechen. Sowohl in Urzy wie auch in Kamp-Bornhofen fehlt es an jungen Familien, die sich in der Partnerschaft engagieren. Am Nachmittag besuchten wir ein neu eingerichtetes Museum zur Geschichte der Ziegelherstellung und dem Transport der Ziegel auf dem Canal du Berry. Anschließend besuchten wir das Chateau de Sagonne, ein Schloss, von Wassergräben umgeben mit herrlichen Seerosen und durch Zugbrücken und verschiedene Vorrichtungen zur Abwehr von Feinden gesichert, das aber nie angegriffen worden war. Den Abschluss des Tages bildete ein Französisches Essen mit mehreren Gängen in einem sehr guten Restaurant in Magny-Cours, der Stadt der berühmten Motorrennstrecke bei Nevers.

Der Samstag war zunächst für Unternehmungen mit den Gastfamilien reserviert. Es wurden z.B. der Zusammenfluss von Loire und Allier und Apremont, eines der schönsten Dörfer Frankreichs, mit seinem wunderschönen Blumengarten besucht, oder Guedelon, wo eine Burg mit mittelalterlichen Methoden und Werkzeugen aufgebaut wird. Ab 19 Uhr am Abend traf man sich im Salle des Fetes zum Festabend. Nach den Ansprachen der beiden Vorsitzenden der Partnerschaftskreise, die jeweils betonten, dass freundschaftliche Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig seien, ließen Musik, Tanz und ein Buffet mit burgundischen Spezialitäten die Zeit vergehen wie im Flug. Als Überraschung hatten unsere französischen Freunde einen kleinen Brunnen aufgestellt, aus dessen Röhren der Aperitif floss und an dem man sich bedienen konnte.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr hieß es schon wieder Abschied nehmen.Wie immer war die schöne Zeit zu schnell vergangen. Private Einladungen wurden ausgesprochen und Kontakte per E-Mail vereinbart. Zum Trost steht für 2019 der Besuch der französischen Freunde in Kamp-Bornhofen.